Was verrät ein Beruf über einen Menschen – und was bleibt hinter dieser Rolle verborgen? Um diese Frage kreiste am 8. Oktober 2026 die Eröffnungsvernissage von JOBreality in der VHS Seestadt. Rund 70 bis 80 Gäste kamen zur Vernissage. Gaby Ristic, die unter GR art & photography arbeitet, brachte mit ihrem fotografischen Kunstprojekt porträtierte Models, Gäste und Künstlerinnen zusammen. Der Abend markierte den Beginn der Ausstellung, die noch bis zum 20. November 2026 in der VHS Seestadt zu sehen ist.
Karl Dworschak von der VHS Seestadt begrüßte die Gäste. Auch Christian Stromberger von der Kulturkommission Donaustadt richtete einleitende Worte an die Anwesenden, bevor Gaby Ristic ihre Ausstellung eröffnete und über das Projekt sprach. Im Mittelpunkt von JOBreality stehen Menschen in ihrer beruflichen Rolle und jenseits davon: Schwarz-Weiß-Fotografien aus dem beruflichen Umfeld treffen auf farbige Aufnahmen privater Interessen und persönlicher Lebenswelten. Die Gegenüberstellung lädt dazu ein, den eigenen Blick auf Beruf, Kleidung und Identität zu hinterfragen.
Bei der Vernissage begegneten die Besucherinnen und Besucher einigen dieser Menschen auch persönlich. Die Fotografien des Abends zeigen Ristic unter anderem mit den Models Dr. Günter Kornfeld, Dr. Narges Aghaallaei, Gudrun Brunner und Theresa Igbinomwanhia. Umarmungen, Gespräche vor den Porträts und ein gemeinsames Gruppenfoto prägten die Begegnungen. Model Contessa Juliette überreichte der Künstlerin einen Blumenstrauß. Bei Getränken und Snacks setzte sich der Austausch zwischen den ausgestellten Bildern fort.
Den musikalischen Rahmen gestaltete die Cellistin Zeemin Nam, die den gesamten Abend mit Werken von Johann Sebastian Bach begleitete. Eine weitere künstlerische Ausdrucksform brachte Starbuck Friend alias Penelope Ness ein: Die Dragqueen, die selbst zu den Models von JOBreality gehört, zeigte eine Schminkperformance. Die Gäste konnten am Schminktisch verfolgen, wie sich das Erscheinungsbild im Laufe der Performance veränderte. Damit erhielt die Auseinandersetzung mit Rollen und Selbstdarstellung auch eine unmittelbare, live erlebbare Form.
Zusätzliche Einblicke bot ein eigener Raum mit Diashows exklusiver Bilder. Er ergänzte die an den Wänden präsentierten Fotografien und eröffnete weitere Perspektiven auf die porträtierten Menschen. So ließ sich das Projekt an diesem Abend sowohl im einzelnen Bild als auch in wechselnden Bildfolgen entdecken.
Zum künstlerischen Programm gehörten außerdem drei Gastkünstlerinnen. Brigitte Lichtenhofer-Wagner, kurz BLW, brachte ein Spektrum von Ölmalerei über Kohlezeichnungen bis hin zu Radierungen ein. Beatrix Löhri-Pelikan verbindet in ihrer Arbeit unter anderem Aquarell, Zentangle, Urban Sketching, Collage, Druck und digitales Zeichnen; im Zentrum stehen für sie der kreative Prozess und die Verbindung verschiedener Ausdrucksformen. Kerstin Paulik widmet sich seit 2018 dem Sketchnoting und übersetzt komplexe Inhalte in einfache Zeichnungen und kleine Videos. Gemeinsam erweiterten sie den Abend um unterschiedliche künstlerische Zugänge.
Die Vernissage war damit Auftakt und Begegnungsort zugleich. Wer am Eröffnungsabend nicht dabei sein konnte, hat weiterhin Gelegenheit, JOBreality in der VHS Seestadt zu besuchen: Die Ausstellung läuft bis zum 20. November 2026. Der Film und die Fotogalerie zu diesem Beitrag halten die Eröffnung fest; das fotografische Projekt bleibt darüber hinaus auch online zugänglich.